Altersvorsorge, aber wie ?

Wer finanziell für den Ruhestand gerüstet sein will, darf kein unnötiges Risiko eingehen und ich gebe Ihnen Hinweise und zeigen Ihnen, wo die Fallen lauern.
Ein paar grundlegende Gedanken zu diesem Thema:
Da die staatlichen Rentenleistungen immer geringer werden (politisch gewollt!), wird die private Altersvorsorge um so dringlicher. Aber welches Produkt aus welcher Schicht ist nun das Richtige?
Die Antwort kann nur in einer individuellen Beratung und Lösung liegen.

1. Lage analysieren.
Sind Sie pflichtversichert? Zahlen also in die staatl. Rentenkasse ein? Was ist dann beim Rentenbezug zu erwarten? Sind sie Selbständig, können Sie die Altersvorsorge auch selbst planen und gestalten, müssen keine Beiträge an die gesetzliche Rentenkasse zahlen.

2. Risiken absichern:
Bevor Sie sparen, muss jedoch die Familie (Ehegatte, Kinder) abgesichert sein. Ihre persönliche Lebenslage ist entscheidend, wie sie hier vorgehen. Eine Risiko-Lebensversicherung, Berufs -und Erwerbsunfähigkeit, Private Haftpflicht, Unfallversicherung, eventuell Kranken -und Pflegezusatzversicherungen sollten berücksichtigt werden.

3. Liquidität muss erhalten bleiben.
Zwei bis Drei Nettomonatseinkommen sollten Sie kurzfristig stets verfügbar haben, für unvorhersehbare Dinge.

4. Staatliche Fördermittel beachten und eventuell nutzen.
Aber denken Sie daran, der Staat hat nichts zu verschenken! Oft holt er sich " verschenktes " Geld in Form von Steuern und Abgaben und Gebühren (auch über die Produktanbieter) wieder.

5. Steuern sparen?
Besteuerung der Produkte im Leistungs- bzw. Bezugsfall beachten. Die Absetzbarkeit von Ausgaben zur Altersvorsorge prüfen, aber auch die Nachteile erkennen. Hier sollten Sie Ihren Steuerberater hinzu ziehen, besonders wenn Sie nicht Pflichtversichert sind.

6. Inflationsrate nicht außer Acht lassen.
Bei einer Inflationsrate von 2-3 % ist etwa eine Million € in 30 Jahren nur noch rund halb soviel wert wie heute.

7. Langlebigkeit beachten.
Häufig wird unterschätzt, wie lange angespartes Kapital bei ständig steigendem Lebensalter ausreicht.

8. Nie alles auf eine Karte setzten:
Kapitalanlagen mischen, Bank, Fonds-Versicherungsprodukte kommen in Frage, wie auch die selbst erworbene Immobilie.

Wenn man diese Betrachtungen abgeschlossen hat und letztlich den individuellen Betrag ermittelt , der zur Altersvorsorge zur Verfügung steht bzw. stehen sollte, bleibt die Frage nach den richtigen Produkten aus dem 3 Schichten Modell.

 Hier ein Überblick über Anlageformen und deren Vor- und Nachteile für den Kunden:

Produkt Vorteile des Produktes für Kunden Nachteile für den Kunden Schicht
1 Aktie Höchste Renditechancen, Transparenz, börsentäglich verfügbar Wertentwicklung unterliegt starken Schwankungen , laufende Kursbeobachtung ratsam    3
2 Anleihe Sicherheitsorientiert meist geringe Risiken, kontinuierliche Erträge, wenig Kursschwankungen Niedrigere Renditen als Aktien, Zinsen steuerpflichtig, eingeschränkt verfügbar    3
3 Investmentfonds Risikostreuung durch Fonds, professionelles Management, breites Angebot, Einstieg mit kleinen Beiträgen möglich Laufende Fondskosten, oft Ausgabeaufschlag, oft weniger Rendite als Aktien 1,2.3
4 Geschlossene Fonds Bei seriösen Angeboten gute Renditen möglich, Schiffs- u. Immobilenfonds mit Steuervorteilen Hohe Mindestbeteiligungen, lange Kapitalbindungen, vorzeitiger Ausstieg kaum oder nur mit grossen Verlusten möglich    3
5 Rentenversicherung Lebenslange Rentenzahlungen, Kapitalwahlrecht vereinbaren, nur pauschaler Ertragsanteil steuerpflichtig eingeschränkte Renditechancen, langfristige Bindung, nach Ablauf Rentengarantiezeit kein Hinterbliebenenschutz, eine oft beschrieben " Garantierte Rente " gibt es nicht !!! 1,2, 3
6 Rürup -Rente Steuervorteile durch staatl. Förderung, lebenslange Rentenzahlung Starres Vertragssystem, Steuerpflicht der Auszahlung steigt; ab 2040 voll steuerpflichtig; Auszahlung frühestens ab dem 60. Lebensjahr ; nicht vererbbar,  nicht kapitalisierbar,    1
7 Riester - Rente Staatliche Zulagen: 154 € Grundzulage pro Jahr  ( 185 € Kinderzulage) wenn Sie 4 % vom Bruttogehalt einzahlen und Steuervorteile möglich, als Versicherung und Fonds möglich, lebenslange Rente, Teilauszahlungen ab 60 möglich starre Vorschriften, Auszahlung frühestens ab 60. Lebensjahr; Rentenzahlung voll steuerpflichtig, im Erbfall Rückzahlung der staatl. Zuschüsse, Anrechnung bei Grundversorgung im Alter nach SGB, siehe auch Startseite unter dem Bild: Riester Info ..Meinungen.    2
8 Betriebsrenten (BAV) Einzahlungen aus dem Bruttogehalt durch den Arbeitgeber, bis zu gewissen Grenzen steuerfrei bzw. steuerlich gefördert, bis 2008 sozialabgabenfrei Kaum flexibel, Betriebsrenten sind Steuer und SV- Pflichtig;                   bei Firmenwechsel Mitnahme des Vertrages oft nicht möglich    2
9 Festgeldsparen Sehr sicher ( sofern im Einlagensicherungsfonds)
, Kontinuierlicher Ertrags
Sehr niedrige Renditen, bringen oft nicht mal den Inflationsausgleich, eingeschränkt verfügbar, Zinsen sind steuerpflichtig    3
10 Immobilien Inflationsgeschützt Sachwertanlage, Steuervorteile bei Vermietung, mietfreies Wohnen als Selbstnutzer im Alter hoher Finanzierungsaufwand, lange Zinsbelastung, unflexibel, fehlende Liquidität, Mieterträge sind steuerpflichtig    3
11 Tagesgeld / Festgeld Fast ohne Risiko, wenn die Bank einem Einlagensicherungsfond angehört Niedrige Rendite, Zinserträge sind abzüglich Freibeträge zu versteuern, keine steuerliche Anrechnung/ Abzug vom zu versteuernden Einkommen    3


Die Versicherungswirtschaft befindet sich nach Wegfall des Steuerprivilegs für Kapitalbildende Lebensversicherung (ab 2005) in einem starken Wandel und Umbruch., Leider haben die meisten deutschen Versicherer auf die neuen Anforderungen noch keine für den Kunden wirklich geeigneten (Produkt) Lösungen gefunden. Dies liegt aber auch und vor allem an den gesetzlichen Vorgaben durch den Gesetzgeber.

Verstärkt wird die Privat-Rente in den Focus gerückt, aber deren gravierende Nachteile verschwiegen:
- Die Gesamtkosten des Produktes erfahren Sie als Kunde in der Regel nicht. Wenn Sie 100 € pro Monat in eine Rentenversicherung zahlen, wie viel wird davon wirklich angelegt?

- Es gibt entgegen der Aussage keine " Garantierte Rente"! Die gesetzlichen Vorschriften (VVG § 163 , VAG § 89, HGB § 341 ) erlauben dem Versicherer diese Rente bei schwieriger wirtschaftlicher Lage zu kürzen. Dies wird leider dem Kunden in der Regel nicht mitgeteilt.

- Mit Beginn der Auszahlung der ersten Rente und dem Ablauf der Rentengarantiezeit (die Sie auch noch bezahlen!) wird im Todesfall der versicherten Person das " Restkapital an die Versichertengemeinschaft zurück geführt " !! Das Restkapital ist also für die Erben verloren!

- Eine Private Rente birgt die Frage in sich, wie alt wird der Kunde? Diese Frage kann aber kein Kunde beantworten, deshalb kalkulieren die Gesellschaften oft mit einem Sicherheitszuschlag, was bedeutet, dass man ein 100 jähriges Leben kalkuliert. Die Rente rechnet sich somit erst ab 95 - 100 Jahren für Sie als Kunde.

- Weiterhin steht die Frage, eine Klassische Rente ( also Zinsertrag ) oder eine Fondsgebundene Rente auszuwählen. Die Rendite, bezogen auf Ihr eingezahltes Kapital, unter Beachtung der Inflationsrate, bewegt sich daher um Null, oder sogar im Minusbereich. Bei einem Fondsgebundenen Produkt tragen Sie als Kunde natürlich auch das Fonds-Risiko, sprich das Risiko der Wertentwicklung.

- Bei Insolvenz der Versicherung dürfen Sie nicht auf den Staat hoffen- er gibt keine Garantie, das Sie ihr Geld zurück erhalten!

- Gewinnbeteiligung und Beteiligung an den stillen Reserven sind noch immer die häufigsten Streitfälle zwischen Kunden und Versicherer. Diese zivilrechtliche Auseinandersetzung kann der Kunde in der Regel nur mit Sachverständigen und Rechtsanwälten führen- was weitere nicht unerhebliche Kosten verursacht.

Fazit:
Hier ist individuelle Beratung besonders wichtig, um aus den o. g. Gründen für Sie die richtige Lösung, das richtige Produkt zu finden. Die nur teilweise vorhandenen gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Kostentransparenz, der Verfügbarkeit, der Sicherheit von Kundengeldern  und einer angemessenen Rendite sind nach meiner Auffassung für den Kunden vielfach nachteilig.
Besonders bei der so g. Rürup –und Riester- R Ente.

Ich berate Sie zu diesem Thema gern ausführlich und individuell.

Das 3-Schichten Modell
 
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