Hauptmenü
Extras
| >>> 12.05.10 ARD plusminus Banken zocken weiter |
ARD Plusminus am 11.05.2010
Krisengewinner Goldman Sachs?von Thomas G. Becker
(© WDR) Als das Massaker auf den internationalen Finanzmärkten begann, zitterten die Investmentbanker rund um den Globus. Und das mit Recht. Allein die Schweizer UBS versenkte 57 Milliarden US-Dollar. Die amerikanische Bank Lehman Brothers ging sogar pleite. Goldman Sachs dagegen verlor gerade einmal 1,7 Milliarden US-Dollar. Und nur ein Jahr nach der Krise machte die Bank schon wieder einen satten Gewinn: über neun Milliarden Dollar. Der Grund: Goldman Sachs investierte gleich zu Beginn der Erholung der Weltwirtschaft wieder Geld in die Märkte, Geld, das sie in der Krise nicht verloren hatten. Es sind diese Geschichten, die das Mysterium Goldman Sachs ausmachen. Wenn andere Banker und Fachleute über die Goldmänner reden, schwingt oft ein Schuss Bewunderung mit. Denn Goldmann Sachs hat die gleichen Marktbedingungen wie alle anderen auch. Und doch sind sie meistens die Besten. „Es gibt eine Reihe von Gründen für den Erfolg von Goldman Sachs“, erklärt Prof. Udo Steffens, Leiter der Frankfurt School of Finance and Management. „Ein Grund ist, dass sich Goldman Sachs strikt an das Konzept ‚hit and run‘ zu halten scheint. Das heißt, kurzfristig in die Märkte reingehen und die Produkte dann ganz schnell an andere weiterverkaufen. Goldman hält also keine Risikopositionen. Ein zweiter wichtiger Grund ist: Händler und Risikomanager arbeiten sehr eng miteinander zusammen.“ Hit and Run, zuschlagen und abhauen - keine andere Bank scheint dieses System so aggressiv und konsequent zu verfolgen wie Goldman Sachs. „Ein echtes Erfolgsmodell“, sagt Prof. Hans Peter Burghof von der Universität Hohenheim. Eines, das aber seinen Preis hat: „Das heißt natürlich auch für die Kunden und die Märke, dass wir wenig Beständigkeit bekommen. Goldman ist da und dann auch schon wieder weg. So etwas wie Loyalität zum Geschäftspartner spielt in so einem Konzept natürlich keine Rolle.“ ......... Die Finanzmarktkrise und die jüngsten Turbulenzen um Griechenland und den Euro dürften mittlerweile auch den letzten Staatslenker überzeugt haben, dass Regulierungen für die Finanzmärkte tatsächlich unabdingbar sind. US-Präsident Barak Obama kündigte an, Banken zu verbieten, gleichzeitig im Investment- und im Beratungsgeschäft tätig zu sein. Wenn er es ernst meine, so Professor Steffens, werde er das Tauziehen mit den großen Banken gewinnen: „Die Macht von Regierungen ist letztlich am langen Ende größer. Sie können über Gesetze den Manövrierraum von großen Institutionen einfach einschränken. Nur müssen sie das auch wollen!“ Zitat Ende Kommentar E. Stopp: Und diese Regierung will das nicht. |